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Die Maus Frederick

Liebe Gemeinde,
vielleicht kennen Sie ja die Geschichte von der Maus Frederick. Alle Mäuse sind im Herbst schwer damit beschäftigt, Vorräte für den Winter anzulegen. Sie sammeln Körner, Nüsse und Früchte, sie sammeln Stroh für ihr Winterquartier und decken sich gut ein. Den ganzen Tag laufen sie fleißig und flink umher. Da fällt ihnen auf, dass eine Maus anscheinend nichts tut und sie fragen die Maus Frederick: Warum arbeitest du nicht?

Doch Frederick antwortet:
Ich arbeite doch.
Ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage.
Ich sammle Farben, denn der Winter ist grau.
Ich sammle Wörter, damit wir an den langen Abenden im Winter uns etwas zu erzählen haben.

Schließlich wird es Winter, am Anfang erzählen sich die Mäuse noch ganz viel und lassen sich die Vorräte schmecken, doch mit der Zeit wird es immer ruhiger und auch die Vorräte gehen zur Neige. Da fällt ihnen Frederick ein und sie fragen ihn: Was machen deine Vorräte, Frederick? Da klettert die kleine Maus Frederick auf einen Stein und sagt: Schließt eure Augen. Und er erzählt von warmen Sonnenstrahlen, schön und golden und der kleinen Mäusefamilie wird es ganz heimelig ums Herz, dann nennt er all die bunten Blumen des Sommers, die Kornblumen und Mohnblumen, die Sonnenblumen und die Maisfelder und in den Köpfen der Mäuse wird ihre Welt wieder ganz bunt und schließlich trägt er mit wunderschönen Worten ein Gedicht über die Schönheit der Welt vor und die ganze Mäusefamilie ist erfüllt mit Dankbarkeit und Schönem.

Ich mag die Geschichte, erinnert sie uns doch daran, dass es mehr an Reichtum gibt als das, was wir uns erarbeiten und diesen Reichtum der Farben, der Natur, der Wörter — dieser Reichtum wird uns von Gott geschenkt und lässt uns auch gut durch kältere Zeiten kommen — wenn wir ihn miteinander teilen.

In diesem Sinne einen bunten, warmen, wortreichen Herbst -
Ihre Pfarrersleute
Katharina und Thorsten Wolff

 

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